eingerockt und ausgesungen

Jürg Kienberger
Ein fernes Lied aus Zwinglis Kindheit
15. Februar 2020, 20.15 Uhr
Gastspiel neuestheater.ch, Dornach
Jürg Kienberger eingerockt ausgesungen

Ein fernes Lied aus Zwinglis Kindheit

Jürg Kienberger zeichnet in einer musikalisch-leichtfüssigen Hommage den Bauernbub Huldrych Zwingli als Erfinder der modernen Schweiz aus dem Geiste Wildhauser Sandkastenspiele.

Wie können wir uns den kleinen Zwingli vorstellen, vierjährig oder sechsjährig, wie wuchs der junge Mann am Ende des 15. Jahrhunderts auf, als Kind mit sieben Geschwistern in Wildhaus, das später die Kirche und den Staat aus den Angeln hob?

Früh verliess er die Familie, um auf die Lateinschule zu gehen und begann in seiner Einsamkeit selbst, viele Instrumente zu lernen. Es ist die Zeit der Erfindung des Buchdrucks und der Entdeckung Amerikas, der Renaissance und des Humanismus, Zeit epochaler Umbrüche. Schauspieler und Musiker Jürg Kienberger versetzt sich in die Wahrnehmung und Welt des musikbegeisterten Zwingli und zeichnet in der gemeinsamen Arbeit mit Claudia Carigiet eine fiktive Biografie Zwinglis musikalischer Kindheit und seinen anfangs widerwillig beschrittenen Weg zum Reformator nach. «Play it again, Zwingli!», das ist der Ton des Abends. Auf der Bühne stehen Klavier, Hackbrett und Liliput-Orgel, eine Flöte und eine Spieldose sind auch dabei. Damit erzählt Jürg Kienberger von Zwinglis Kindheit, die Instrumente bilden die Szenerie: Es ist das Pfarrhaus in Weesen, wohin der spätere Reformator 1489 aus dem Toggenburg zu seinem Götti in die Schule gekommen war. Immer spielen die Fragen eines Kindes hinein, das nicht verstehen kann, «dass der liebe Gott ein Fegfür gemacht haben soll». Im Lauf des Abends werden wir dann sehen, wie an den Himmel, der für das Katholische reserviert war, ein neuer Stern geheftet wird. Kienberger spielt mit allen Dingen, die um ihn sind, und bringt sie zu einem eigenen Klang. So tönt Zwinglis Kindheit nicht nur nach Choral. Pink Floyd und Bob Dylan sind auch dabei. Eine musikalisch-leichtfüssige Hommage an eine aussergewöhnliche Persönlichkeit.


«Der Mensch ist zur Arbeit geschaffen, wie der Vogel zum Fliegen.»

Huldrych Zwingli, 1484–1531

Texte: Jürg Kienberger, Claudia Carigiet
Dramaturgie: Inga Schonlau
Idee und Produktionsleitung: Johannes Rühl

Premiere: 9. März 2018 im Theater Neumarkt, Zürich

In Zusammenarbeit mit dem Theater Neumarkt, Zürich im Rahmen von ZH-REFORMATION.CH

Dauer: ca. 75 Minuten, keine Pause

www.kienberger.ch

Tickets: 35.– Fr. / 30.– Fr. TadL-Mitglieder / 20.- Fr. IV-Bezüger, KulturLegi, Studenten
Für Reservationen senden Sie bitte eine E-Mail an reservationen@tadl.ch oder klicken sie hier.